„Errare humanum est“: Aus Fehlern lernen beginnt bei uns selbst!

Wo Menschen Verantwortung übernehmen, passieren Fehler. Entscheidend ist, wie wir anschließend mit ihnen umgehen. Häufig fällt die innere Reaktion auf einen eigenen Fehler deutlich härter aus als das Urteil, das wir einer Kollegin oder einem Kollegen gegenüber fällen würden.

Genau hier setzt Self-Compassion, auf Deutsch Selbstmitgefühl, an. Sie bezeichnet eine unterstützende Haltung gegenüber sich selbst bei Fehlern oder Belastungen. Dazu gehört, sich mit Geduld zu begegnen, anstatt sich pauschal abzuwerten. Das Wissen, mit solchen Erfahrungen nicht allein zu sein, wirkt dem Gefühl persönlicher Isolation entgegen. Achtsamkeit hilft, belastende Gedanken wahrzunehmen, ohne sich vollständig mit ihnen zu identifizieren.

Selbstmitgefühl bedeutet weder, Fehler kleinzureden, noch die eigenen Ansprüche zu senken. Es schafft den inneren Abstand, das Geschehene sachlicher einzuordnen und einen hilfreichen nächsten Schritt abzuleiten. Die Forschung verbindet Self-Compassion mit Resilienz und einem konstruktiveren Bewältigungsverhalten. Zudem kann sie die Motivation erhalten und die persönliche Weiterentwicklung nach Fehlern fördern.

Self-Compassion lässt sich üben. Eine kurze Pause von ein bis zwei Minuten kann dabei einen Anfang bilden:

  • Die Situation wird zunächst bewusst benannt: „Das ist gerade schwierig.“
  • Der Gedanke „Fehler gehören zum Menschsein“ wirkt dem Gefühl entgegen, allein versagt zu haben.
  • Auch ein kurzer schriftlicher Perspektivwechsel kann helfen: Was würde ich einem geschätzten Menschen in derselben Lage sagen? Aus diesem veränderten Ton kann ein konstruktiver nächster Schritt entstehen.
  • Abschließend richtet eine unterstützende Frage den Blick nach vorn: „Was brauche ich jetzt, um Verantwortung zu übernehmen und konstruktiv weiterzugehen?“

Organisationen können eine positive Fehlerkultur fördern, indem Führungskräfte eigene Fehler offen ansprechen und auf Fehlentscheidungen anderer respektvoll reagieren. So entsteht Raum, Probleme frühzeitig zu benennen und gemeinsam aus ihnen zu lernen. Im Executive Search lohnt deshalb der Blick darauf, wie eine Führungspersönlichkeit mit Fehlern umgeht und Entwicklung ermöglicht.

Wie gehen Sie mit sich selbst um, wenn etwas schiefläuft?

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